Nestlé

Nestle ist einer der größten Konzerne weltweit. Im Jahr 2018 machte er einen Umsatz von 91,44 Milliarden Schweizer Franken. Doch wie bei großen Firmen üblich stecken viele dunkle Geheimnisse hinter Nestles finanziellem Erfolg Ein Beispiel für Nestles unmoralisches Handeln lieferte eine von Berner Studenten übersetzte und als Broschüre gestaltete Studie in den 70er Jahren, der sie den Titel „Nestle tötet Babys“ gegeben haben. Diese Broschüre brachte folgende Erkenntnisse ans Tageslicht: Nestle hat in Entwicklungsländern durch als Krankenschwestern verkleidete Frauen ein Milchersatz-Produkt für Babys beworben. Viele Frauen kauften dieses Produkt auch, was schlimme Folgen für ihre Kinder hatte. Denn die dort lebenden Frauen hatten nicht genug Wissen über das Produkt, konnten es nicht richtig zubereiten, außerdem wurde oft verdrecktes Wasser dafür verwendet. Einige Kinder wurden krank. Noch dazu hatte das Produkt eine verheimlichte Nebenwirkung: Wenn das Kind sich einmal daran gewöhnt hatte, wollte es keine Muttermilch mehr. Da den Frauen in Entwicklungsländern oft das Geld für einen regelmäßigen Kauf der Produkte fehlte, verhungerten viele Kinder. Nestle verklagte die Berner nach der Veröffentlichung der Broschüre. Das Gericht entschied jedoch, dass nur der Titel zu hart formuliert sei, der Inhalt aber der Wahrheit entspreche. Außerdem hat der Konzern in vielen Entwicklungsländern Wasserlizenzen gekauft, was schreckliche Folgen für die Bevölkerung hat: Sie hat keinen Zugang mehr zu sauberen Wasserquellen und kann sich das abgefüllte, von Nestle verkaufte Wasser nicht leisten! Obwohl im Jahr 2016 beispielsweise 42 Millionen Äthiopier keinen Zugang zu sicherem Wasser hatten und eine Dürreperiode eine katastrophale Hungersnot auslöste, pumpte Nestle trotzdem weiterhin 50.000 Liter Wasser PRO STUNDE aus Äthiopiens Boden. Auch steht Nestle immer wieder im Verdacht, unter Kinder- und Sklavenarbeit zu produzieren. Erst im Februar 2018 wurde eine neue Klage von sechs Klägern in der USA erlaubt, die früher als Kindersklaven für Schokolade unter schrecklichen Bedingungen arbeiten mussten. Man erfuhr, dass sie in den 1990ern entführt und auf eine Plantage in der Elfenbeinküste gebracht wurden. Sie wurden von bewaffneten Wächtern beaufsichtigt, schliefen auf Fußböden und mussten ihren Urin trinken. Trotz dieses grausamen Umgangs mit Menschen wurde die Klage zuerst abgelehnt, doch die Kläger gingen in Berufung und können nun endlich weiter klagen. Seitdem das Vertrauen in Nestle ins Wanken geraten ist, verspricht der Konzern immer wieder, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen und sich gegen Kinderarbeit einzusetzen. Dennoch haben zwischen 2016 und 2017 laut einer Studie der Walk Free Foundation vom 4.10.2018 rund 891.500 Kinder zwischen 10 und 17 Jahren auf Plantagen in der Elfenbeinküste gearbeitet. Diese negativen Beispiele liefern die unten angeführten Quellen. Doch man sollte fair bleiben und auch einen Blick auf die Gegenseite werfen: Was sagt Nestle über sich selbst? Auf seiner Website zeigt sich der Konzern umweltbewusst. Er kündigt an, bis 2025 100% seiner Verpackungen recycelbar oder wiederverwendbar zu machen. Auch verurteile Nestle Kinderarbeit in aller Deutlichkeit. Er wisse , dass Kinderarbeit im Kakao-anbau ein Problem sei und unternehme etwas dagegen. Als Beispiel wird die 2009 gegründete „Cocoa Plan“ Nachhaltigkeitsinitiative angeführt. Außerdem hat Nestle Schulen in der Elfenbeinküste gebaut und Bauern zum Thema Kinderarbeit „sensibilisiert“. Sucht man online Informationen über Nestle, überwiegt deutlich die Anzahl an negativen Artikeln – so wirkt es zumindest auf mich. Verschiedene Websites, Zeitungen, Videos und Dokumentationen berichten von der Ausbeute der Entwicklungsländer, die der Konzern betreibt. Doch was können wir tun, um solch ein unmenschliches Verhalten nicht zu unterstützen? Ein Boykott scheint die erste Lösung zu sein, doch das ist gar nicht so einfach: Denn zu Nestle gehören weitaus mehr Marken und Firmen, als man vermutet: In der Schokoladenindustrie gehören zu Nestle Marken wie „KitKat“ , „Smarties“, „After Eight“ und viele mehr. Auch mit dem Kauf von „S.Pellegrino“-, „Nestea“- und „Vittel“-Produkten unterstützen wir diesen Konzern. Sogar in der Kosmetikindustrie ist Nestle vertreten, da der Konzern Anteile an „L’oreal“ und damit an Tochterfirmen wie „Garnier“, “Maybelline“ oder „The Body Shop“ hat. Auch bei den Kaffeeprodukten gehören viele unbemerkt zu Nestle. Ein Boykott ist nicht nur schwierig, sondern eventuell auch nicht gerade sinnvoll. Denn viele andere Hersteller produzieren unter genauso schlechten Bedingungen. Wenn ich nun statt Nestle bei einer anderen großen Marke einkaufe, ist die Chance groß, dass ich nun wieder Kinderarbeit unterstützen. Also immer gekennzeichnete faire und nachhaltige Produkte kaufen? (Ziemlich traurig, dass man umweltfreundliche und faire Produkte heutzutage kennzeichnet, weil sie so selten sind.) Das ist meiner Meinung nach für viele Leute sehr schwierig, da faire Produkte oft teurer sind. Doch man sollte sein Bestes tun, um Firmen mit guten Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Man kann ja mit kleinen Dingen anfangen, zB. Indem man auf die Produkte zurückgreift, die die Fair Trade AG unserer Schule anbietet. Oder durch den Kauf von Schulheften aus Recyclingpapier. Niemand ist gezwungen sofort sein ganzes Kaufverhalten umzustellen. Aber ich finde wir sollten dennoch häufiger darüber nachdenken, woher die Dinge kommen, die wir täglich nutzen.

Quellen: netzfrauen.org,/ Artikel vom 13.11.18: „ Nestle: Verfahren wegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen wieder aufgenommen.. UND Artikel vom 12.4.17: „Trotz Dürre-Katastrophe – Nestle pumpt 50000 Liter pro Stunde Wasser aus Äthiopiens Boden…
statista.com/ „Umsatz von Nestle weltweit bis 2018
spiegel.de/ Artikel vom 28.06.1976: „Konzerne“
YouTube: MrWissen2go: „Die Wahrheit über Nestle“

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