Die Probleme des Online-Unterrichts

Hinweis:

Der folgende Kommentar wurde vor der erneuten Rückkehr in den Präsenzunterricht verfasst. Wegen des aktuellen Infektionsgeschehens ist erneuter Online-Unterricht jedoch nicht ausgeschlossen, weshalb der Artikel wohl leider noch nicht an Aktualität verliert.

Ganz Deutschland befindet sich nun schon über 2 Monate im Lockdown. Für uns Schüler heißt das vor allem 2 Monate zu Hause sein, Online-Unterricht unter schlechten Bedingungen bewältigen, gelegentlich Arbeitsaufträge erledigen und wohl am meisten viele Stunden Langeweile. Diese lassen sich zwar durch Serien, Podcasts, Sport etc. verkürzen, doch unser jetziges Leben unterscheidet sich fundamental vor dem vor einem Jahr, wo noch alles normal war. Am meisten kriegen wir das wohl mit dem Verlust der Schulbesuche zu spüren. Klar jeder Schüler wünscht sich jederzeit Ferien, findet diese immer zu kurz und wartet schon sehnsüchtig auf die nächsten, doch sind mehrere Monate ohne Schule, ohne routinierten Alltag und mit Onlineunterricht wirklich das, was wir wollen? Wahrscheinlich bevorzugen viele Schüler die derzeitige Lernsituation tatsächlich dem guten, alten Präsenzunterricht gegenüber, die Gründe dafür sind leicht verständlich. Keine nervenden Lehrer, jedenfalls nicht als Person im realen Leben, keine nervigen Mitschüler und wohl am wichtigsten keine nervenaufreibenden Klassenarbeiten oder noch schlimmer, unangekündigte Hüs.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mehr und mehr den Präsenzunterricht und das Lernen in der Schule vermisse. Aller Wahrscheinlichkeit bin ich mit dieser Meinung alleine, andere werden eher ihre Mitschüler oder die Pausen vermissen. Jedoch finde ich das Lernen in der Schule in allen Aspekten besser, da man einerseits immer gefordert wird und auch lernen sollte, um mitarbeiten zu können und den Unterricht zu verstehen, was einen gewissen Stress darstellt, unter dem man normalerweise deutlich effizienter arbeitet. Im Onlineunterricht muss man zwar hin und wieder etwas abgeben, jedoch stresst dies einen nicht in dem gleichen Maße wie Hausaufgaben. Außerdem bringen pure Arbeitsaufträge einen auch nicht weiter, verschiedene Lernmethode im Klassenraum sind erfolgreicher, um ein neues Thema zu verstehen. Dies bringt mich zum nächsten Punkt, dem persönlichen Kontakt mit Lehrern. Verständlicherweise möchte man natürlich nicht immer diesen einen nervigen Lehrer sehen, aber persönlich mit einem Lehrer zu reden oder auch Fragen zu stellen ist um einiges angenehmer als über Moodle oder E-Mail zu schreiben und bringt in den meisten Fällen auch einfach mehr. Online-Konferenzen sind zwar eine durchaus gute Alternative dazu, jedoch kann es immer wieder zu technischen Problemen kommen und dort verspürt man meiner Ansicht nach einfach nicht die gleiche Motivation mitzuarbeiten, wie in der Schule. Diese Motivation fehlt auch bei den Aufgaben, bei so viel Freizeit und Ablenkung fällt es schwer, wirklich ernsthaft und konzentriert an ihnen zu arbeiten, wohingegen der Alltag und vor allem die Routine in Schulzeiten komplett anders war und da der Mensch gerne Gewohnheiten auslebt, fühlt er sich in seiner alten Routine doch deutlich wohler und ist dementsprechend auch motivierter. Zudem ist es auch angenehmer zusammen in einer Gruppe zu lernen, anstatt getrennt und alleine zu Hause, jeder für sich.

Aus diesen Gründen würde ich tatsächlich einen baldigen Schulbeginn begrüßen, so abwegig es auch klingen mag, jedoch dauert dies wahrscheinlich noch etwas. Bis dahin verbleiben wir wohl noch im Online-Unterricht, den andere Schüler sicher dem Präsenzunterricht vorziehen.

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